Bekannterweise unterstützt uns JowooD ja nicht mit Testmustern, seit wir damals abgelehnt haben, Gothic 3 nicht unter 80 Punkten zu bewerten. Deshalb wäre das selbstlaufende Addon Götterdämmerung beinahe an mir vorüber gegangen. Im “Geiz”-Markt war es aber für günstige 20 Euro zu haben, so dass das letzte Exemplar dann auch in meinem Einkaufskorb landete. Aber um es gleich vorwegzunehmen: Gothic 3 – Götterdämmerung ist auch diese 20 Euro nicht wert!

Irgendwie müsste man meinen, JowooD hätte aus dem Desaster mit Gothic 3 gelernt, aber dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil, denn das Addon beinhaltet Fehler, die inzwischen sogar schon im Hauptspiel gepatcht wurden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Community und Spellbound diese Verbesserungen den indischen Entwicklern Trine Games vorenthalten haben. Nein, irgendwie scheinen immer alle Fäden beim Publisher zusammen zu laufen…

Aber kommen wir zum Spiel. Seit dem der namenlose Held mit Xardas die bekannte Welt verlassen haben sind zwei Jahre vergangen. Doch statt der versprochenen 1000 Jahre Frieden für das Land, werden schon jetzt wieder die Kriegstrommeln geschlagen und vielerorts sucht man den Aufschwung vergebens. Waren also doch nicht die Götter schuld? Der Namenlose kehrt nach kurzen und heftigen Streit mit Xardas zurück nach Myrtana. Allerdings sind die Zauberportale nicht sonderlich gesundheitsfördernd, so dass der Held erst zwei Wochen später in Silden bei Anog wieder erwacht. Zwar wird man nicht seines Gedächtnisses beraubt, jedoch der meisten Erfahrungen. Der Level des Helden reduziert sich auf 10 und nur seine Fähigkeiten mit dem Schwert sind gut ausgebildet.

Über die Rückkehr des Helden scheint niemand so recht erfreut zu sein, weshalb man sich erst wieder einen Namen machen muss. Anog will fünf Empfehlungsschreiben, bevor er uns weiterhilft. Klingt bekannt? Ist es auch! Allerdings sind die Nebenaufgaben durchwegs abwechslungsreich gestaltet und erzählen immer eine nette kleine Geschichte.

Das Gothic 3 nun nicht mehr ganz taufrisch ist, sieht man Götterdämmerung durchaus an. Zwar man man sich viel Mühe gegeben, die Grafik zu verschönern (beispielsweise sehen Wasseroberfläche und Feuer nun viel hübscher aus. Auch der Namenlose und einige NPC’s bekamen eine Überarbeitung spendiert. Der Held tönt sich neuerdings auch die Haare…

Akustisch verhält es sich ähnlich. Da gibt es streckenweise Dialoge die jede Vertonung vermissen lassen oder deren Text nicht ins Kästchen passt. Am meisten stört es aber, wenn der Sprecher für einen Charakter im Dialog plötzlich wechselt. Manchmal nimmt man auch deutliche “Soundbugs” war. Ne, hier wurde gepuscht – das lässt sich nicht schönreden…

Fazit: Auch das Addon lässt gute Ansätze erkennen. Aber eben nicht nur die, sondern auch die ganzen Schwächen. Und die haben einem schon beim Hauptprogramm des Spielspaß gehörig verdorben. Selbst der härteste Gothic-Fans dürfte nun allmählich Zweifel kriegen. Also, Finger weg und lieber Drakensang, Mass Effect oder Fallout 3 holen. Da ist Spielspaß nämlich garantiert!