Kopierschutz, Aktivierung & Co.
Als Half-Life 2 erschien, sorgte es für Aufsehen. Nicht nur war und ist es ein außergewöhnlich guter Egoshooter mit packender Story, er verfügte erstmals auch über eine Online-Aktivierung via Steam. Das verschwieg der Publisher Vivendi Universal aber auf der Spielverpackung. Das verärgerte einige Käufer, die keine Internetverbindung hatten und somit Half-Life 2 gar nicht spielen konnten. Eine alternative Aktivierung (z. B. über Telefon oder SMS) gab es schlicht und einfach nicht. Das führte dann auch ziemlich schnell zu einer Verurteilung des Publisher, der fortan mit einem deutlichen Hinweis auf der Verpackung auf diesem Umstand hinweisen musste. Datenschützer hatten viel mehr bedenken bzgl. der Online-Plattform Steam selbst bzw. welche Daten erhoben und gespeichert werden. Zudem werden alle Daten auf US-amerikanischen Server gespeichert, was man ebenfalls für bedenklich erachtete. Trotz der Bedenken verkaufte sich Half-Life 2 wie kaum ein anderes Spiel und Steam wurde als notwendiges Übel akzeptiert.
Auch einige andere Firmen experimentierten nach Valves Versuch mit einer Aktivierung als alternativer Kopierschutzmaßnahme. Hier sei Beispielsweise Zuxxez Entertainment genannt, die für Dream Pinball 3D eine solche nutzen. Allerdings lernte man dort aus den Fehlern von Valve und koppelte diese nicht an einen Online-Dienst und bot zudem eine Alternative via Telefon an. Das System funktionierte recht zuverlässig, weshalb man es auch für das Rollenspiel Two Worlds verwendete. Nach der Installation und Aktivierung kann bei Zuxxez der Datenträger im Regal verschwinden.
Bis zum Erscheinen von Bioshock ist es wieder ruhig geworden, um das Thema Online-Aktivierung. Bioshock verwendete erstmals den neuen SecuROM-Kopierschutz von Sony DADC mit Digital Rights Management (DRM). Damit kann der Publisher erstmals steuern, wie oft seine Software installiert werden darf. Bei Bioshock war dies anfangs auf dreimal begrenzt, wurde aber später per Patch (und auf Druck der Kunden) auf fünfmal erhöht. Damit war für viele Spieler die Grenze dessen erreicht, was man ihnen zumuten durfte. Zudem war die Aktivierung in das Setup integriert. Diese übertrug keinen Aktivierungscode, sondern lud eine mehrere Megabyte große Datei herunter. Klappte das nicht einwandfrei (was nicht selten vorkam) musste man die komplette Installation wiederholen. Somit verwundert es wohl kaum, dass viele ehrliche Käufer sich gefrustet die gecrackte Version aus dem Internet luden…
In letzter Zeit hat die Verwendung von SecuROM mit DRM stark zugenommen. Quasi jedes neue Spiel der letzten Monate von Publisher Electronic Arts wurde mit diesem ausgeliefert. Darunter u. a. Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3, Crysis Warhead und Dead Space. Auch bei anderen Publishern findet dieser Kopierschutz Verwendung, wenn auch viele inzwischen mit den Einschränkungen aufgrund der massiven Kritik und unklaren Rechtslage wieder zurückrudern. So verwendet Ubisoft bei Far Cry 2 zwar SecuROM, allerdings lediglich in seiner ursprünglichen Form (es wird auf Original-DVD beim Spielstart geprüft).
Die Online-Aktivierung an sich ist langfristig ein Problem, denn die Aktivierungsserver werden in fünf bis zehn Jahren kaum noch am Netz sein. Es ist wohl auch nicht vorstellbar, dass die Publisher nach Jahren nochmals Geld investieren, um den Kopierschutz zu entfernen. Zudem ist das bei Spielen wie Bioshock, die den Vorgang ins Setup integrieren, kaum “wegzupatchen”. Die DRM-Beschränkungen stellen insbesondere für den Weiterverkauf ein Hinderniss da. Wer ein solches Spiel gebraucht kauft, der hat evtl. das Pech, dass alles “Guthaben” aufgebraucht ist und er es nicht installiert bekommt. Wer bei einen Gebrauchspielehändler gekauft hat, der kann es zwar zurück geben, wer allerdings auf Ebay von privat kauft, der hat Pech gehabt.
Bei Konsolenspielen sucht man eine deartige Entwicklung derzeit noch vergeblich. Grund dürfte wohl sein, dass nur ein kleiner Teil seine Konsolen bereits online hat und sich Codes mangels Tastatur nur schwer eingeben lassen. Außerdem ist die Zielgruppe der Konsolenspieler prinzipell technisch wenig visierter als ihre PC-Kollegen. Ergo wird manman komplizierte und fehleranfällige Vorgänge tunlichst vermeiden…
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Martin am 23. November 2008 um 12:01 veröffentlicht und unter Gespielt abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Kommentare und Pings sind momentan deaktiviert. |
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