Man sollte meinen in Zeiten von WLAN und UMTS würde man unterwegs schnell und einfach online gehen können. In Wahrheit befindet man sich oft in einem Funkloch oder aber ist minutenlang mit dem Zugang ins WLAN-Netz beschäftigt. Jeder Provider hat hier nämlich so seine eigenen Vorstellungen, wie eine schnelle Anmeldung und der Transfer der Nutzungsgebühr vonstatten gehen soll.

Wer auf Reisen online gehen will, der kommt um erweiterte technische Grundkenntnisse meistens nicht sehr weit. Laien wollen Mobilfunkbetreiber  nun mit “Komplettpaketen” ködern. So bietet bspw. O² ein Asus Eee PC Netbook mit eingebautem UMTS-Modem und “Flaterate” (eigentlich ein Volumentarif mit 5,0 GB Transfer, danach nur noch GPRS-Geschwindigkeit) an. An sich eine gute Idee, wenn man das tatsächlich eine schlüsselfertige Lösung wäre. Die Betriebnahme sieht dann ganz anders aus. So will nicht nur Windows XP beim ersten Systemstart eingerichtet werden, sondern auch das UMTS-Modul verlangt nach Treibern und einer Konfiguration.

Die Dokumentation beschränkt sich nur auf das Wesentliche (wie inzwischen üblich), bei Problemen wird man an die teure Hotline verwiesen, die meistens ohnehin belegt ist. Somit kann man diese Lösung technisch unvisierten Usern kaum empfehlen. Und da die Verkäufer in den O²-Shops meistens kaum Ahnung von ihren Produkten und noch viel weniger von Technik haben, darf man sich nicht auf deren Hilfe (und -bereitschaft) verlassen…

Die FON-Community richtet sich zwar in erster Linie an technisch begabte User, aber Laien haben gute Chance mit denen nach ein wenig Übung unkompliziert und zudem noch preiswert online zu gehen. Das FON-Konzept sieht vor, dass man seinen privaten Internetanschluss zu Hause mit der Welt teilt. Dazu kauft man einen FON-Router, der über zwei WLAN-Signale verfügt. Das erste Signal ist verschlüsselt und für das private Netzwerk gedacht, das zweite ist unverschlüsselt und leitet automatisch auf eine Login-Seite der Community weiter. Dort kann man dann Zugang käuflich erwerben oder aber, sofern man seinen Zugang teilt, kostenlos den Anschluss nutzen. Da man sich mit seinen Zugangsdaten einloggen muss, kann bei einem Missbrauch des Zugangs der betreffende User schnell ermittelt werden.

Einen weiteren Vorteil hat die FON-Community: es gibt Hotspots in Wohngebieten und an Plätzen, die für kommerzielle Anbieter wenig lohnend erscheinen. Dieser Vorteil ist aber auch schon wieder der größte Nachteil, denn in Innenstädten, Flughäfen, Bahnhöfen und sonstigen zentralen Stellen fehlt meistens ein FON-Zugang (mangels Anwohner). Bei Hotels sieht es inzwischen schon etwas besser aus, denn meist kleine und mittelklassige Häuser springen zunehmend auf den FON-Zug auf, den so kann man seinen Gästen Internetzugang bieten, ohne dafür viel investieren zu müssen.

FON ist eine weltweite Community. Deshalb lässt sich ein Hotspot in New York genauso einfach nutzen, wie der in der Kneipe an der Ecke in Wanne-Eickel. Außerdem reicht es einmalig sein Endgerät auf FON zu trimmen, dann findet es passende Anschlüsse automatisch. Somit ist das für Unbedarfte wohl derzeit die beste Möglichkeit auf Reisen ins Internet zu kommen.

Wichtige Links:

FON-Community: www.fon.com
O²-Online: www.o2-online.de