RailWorks
RailSimulator.com (ehem. RSDL) hat schon im Juni über Steam die Downloadversion von RailWorks veröffentlicht. Im Juli folgte dann die Boxed Version, die allerdings nur in Großbritannien erhältlich ist. Darüber habe ich bereits berichtet und mich eigentlich gegen den Kauf entschieden. Die wenigen wirklichen Neuerungen waren mir auch den günstigen Preis der Upgrade-Aktion nicht wert. Außerdem hat mich RailSimulator.com mit dem abrupten und unangekündigten Ende des Supports für den Vorgänger ziemlich verärgert.
Ein Bekannter, der aufgrund der Notwendigkeit einer Internetverbindung (Steam) mit seinem Exemplar nichts anfangen kann, hat mich nun doch mit RailWorks in Berührung kommen lassen. Gott-sei-Dank habe ich meine RS-Installation nicht einfach überschrieben, denn RailWorks wird auch auf meiner Platte keine große Zukunft haben! Aber alles der Reihe nach.
Das erste Ärgernis hat mir die Kopie in die Hand gespielt: die Verwendung der Online-Plattform Steam. Damit ist eine Internetverbindung erforderlich. Wer, wie mein Bekannter, seinen Rechner im Eisenbahnkeller nicht an das Internet angeschlossen hat, kann RailWorks gar nicht erst installieren. Auch ich halte wenig von Steam und kaufe mir privat keine Spiele, die diesen Dienst zwingend voraussetzen. Das ist schon seit Half-Life 2 (dem ersten Steam-Spiel) so. Allerdings besitze ich inzwischen einen Steam-Account aufgrund meiner journalistischen Tätigkeit, so dass das kein wirklicher Hinderungsgrund war, um RailWorks in Betrieb zu nehmen.
Der neue Launcher begrüßt einen in Englisch. Einen Wechsel der Sprache sieht dieser nicht vor, gestattet ansonsten aber die Wahl von Auflösung, Monitoranzahl und Kommandozeilen-Optionen. Mehrere Bildschirme funktionieren aber offensichtlich nur mit der Matrox-Lösung. Meine beiden Displays, die direkt an der Grafikkarte hängen, konnte RailWorks nicht nutzen – ärgerlich! Das Spiel selbst spricht dann plötzlich Deutsch mit mir. Allerdings nur bei alten Inhalten, die der Publisher Electronic Arts für den Rail Simulator seinerzeit hat übersetzen lassen. Allerdings hat RailSimulator.com nicht nur nicht die neuen Inhalte übersetzt, sondern an vielen Stellen die englischen Texte nur für die englische Version freigegeben. So steht z. B. bei der Beschreibung der Cajon-Pass-Strecke nur banal “American Route” da, bei vielen weiteren gar nichts. Das ist schlicht unentschuldbare Schlamperei!
Ich persönlich kann gut ohne deutsche Beschreibungen leben. Allerdings hätte ich dann schon gerne den englischen Text gelesen. Da man die Sprache nirgends ändern kann, ist dass der Hauptgrund warum RailWorks keine große Zukunft auf meiner Festplatte hat. Aber bei Leibe nicht der Einzige!
Die Neuerungen muss man zwar nicht mit der Lupe suchen, sie lassen sich aber an einer Hand abzählen. Da wären zum einen die neuen Strecken. Neben Oxford – Padington, Newcastle – York, Bath – Templecombe, Hagen – Siegen und Barstow – San Bernadino (Cajon Pass) gesellen sich mit Seebergbahn, Hedborough North und Castle Rock drei neue. Die sind allerdings alle recht klein und zudem Fantasieprodukte der Entwickler. Das mag manche nicht stören, mir fehlt dagegen schon der Bezug zur Realität.
Neben den neuen Strecken gibt es auch drei neue Lokomotiven: die amerikanische F7 mit passenden Reisezugwagen, die britische Class 37 und die deutsche V200. Letztere kann allerdings gar nicht überzeugen, denn auf der historischen Lok prangt nicht nur das hässliche Logo der DB AG, sondern klingt auch nicht im entferntesten wie das Original. Die anderen beiden Loks können dagegen sowohl optisch als auch akustisch überzeugen. Aber bereits im Rail Simulator war die deutschen Inhalte ein ungeliebtes Kind und wohl der Vermarktung durch Electronic Arts geschuldet.
Neben den neuen Inhalten hat man RailWorks grafisch etwas aufgehübscht. Das sieht man nicht nur am Fuhrpark, sondern auch an den Strecken, die teilweise neu begrünt oder andere Aufwertungen erfahren haben. Der Nachteil dabei wird besonders an der Strecke Hagen – Siegen deutlich, die komplett überarbeitet wurde. Auf ihr laufen keinerlei alten Szenarios mehr, was besonders für Käufer der RS-Addons von Hersteller German Railroads ärgerlich ist. Dort arbeitet man zwar angeblich an einem Patch, ob der allerdings gratis sein wird, darf man bezweifeln. Schließlich hat auch RailSimulator.com für ihre eigenen Addons keine Gratis-Anpassungen im Angebot. Angeblich wurden die Addons für Railworks zwar komplett überarbeitet, aber im Umfang nicht erweitert. Deshalb sehe ich es auch nicht ein, warum man nun nochmal den Vollpreis zahlen soll. Zu allem Überfluss hat man dank Steam die Preise nun auch korrigiert – nach oben, versteht sich!
Wirkliche sinnvolle Neuerungen, die ursprünglich mal für Upgrade Mk3 geplant waren, sucht man in RailWorks teilweise vergeblich. Somit ist RailWorks eigentlich noch nicht einmal ein Rail Simulator 1.5, sondern eher ein Rail Simulator 1.2 Premium. Besonders ärgerlich: Einige Fehler, die schon vor dem ersten Upgrade bekannt waren, wie z. B. das es im Tunnel regnet und der Führerstand dort nicht verdunkelt wird, sind immer noch nicht korrigiert!
Fazit: RailWorks ist eine große Enttäuschung! Eigentlich wäre für mich nur die englische Diesellok von Interesse. Und die müsste man eigentlich auch im Rail Simulator zum Laufen bringen, wo auch meine gekauften Addons funktionieren…
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Martin am 30. August 2009 um 12:00 veröffentlicht und unter Eisenbahn abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Kommentare und Pings sind momentan deaktiviert. |
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